© Fachstelle für Unterwasserarchäologie der Stadt Zürich Die Pfahlbauer
Jubiläumsausstellung - 150 Jahre Entdeckung der
schweizerischen Pfahlbauten (1854 - 2004)
Schweizerisches Landesmuseum Zürich,
27. Februar bis 13. Juni 2004


Bahnbrechende Entdeckungen am Zürichsee
Der Winter 1853/54 - so berichtete Ferdinand Keller, Vorsteher der von ihm gegründeten Antiquarischen Gesellschaft - war von ausserordentlicher Kälte und Trockenheit. In der Folge sank der Wasserspiegel des Zürichsees drastisch ab. Der extrem niedrige Wasserstand erschwerte die Schifffahrt und wurde von den Seeanwohnern zur Landgewinnung genutzt. Kinder aus Obermeilen waren es, die bei ihrem Spiel auf dem freigelegtem Seegrund, inmitten merkwürdiger Pfahlwerke seltsame Gegenstände aus Knochen, Stein, Holz, Geweih und Ton vorfanden.
Ferdinand Keller, der über diese Fundstücke unverzüglich informiert worden war, erkannte sogleich deren Bedeutung: diese Überreste stammten von untergegangenen Siedlungen und waren Zeugen vergangener Zeiten.

Diese Erzählung, welche in der Folge unzählige Male wiederholt wurde, wurde in kürzerster Zeit zu einer Art Legende. Sie bildet die Urszene der Entdeckung der Pfahlbauer.
Faszination des urgeschichtlichen Alltags
Die Entdeckung der Pfahlbauten hatte weitreichende Folgen. Dank der einmaligen Konservierung organischer Materialien eröffnete sich dem Betrachter eine neue Dimension: die Welt der Lebenden. Das Alltagsleben und die Lebensbedingungen der jungsteinzeit- und bronzezeitlichen Menschen rückte ins Zentrum von Wissenschaft und Forschung. Die Begeisterung ragte weit über den engen Kreis der Fachwelt hinaus, faszinierte die breite Öffentlichkeit und inspirierte zahlreiche Künstler. Bald wurden Pfahlbauer als Urahnen der modernen Schweizer und Schweizerinnen deklariert: Ein nationalstiftender Mythos war geboren.

Ein Tauchgang in die Vergangenheit
Seitdem haben sich die Interpretationen zwar stark verändert und auch die heftigen Kontroversen, welche die Forschung rund ein halbes Jahrhundert trübten, haben sich mittlerweile gelegt. Was geblieben ist, ist die Faszination für die Lehren der modernen Pfahlbauarchäologie und das Staunen über die Vielfalt und den Reichtum dieser Moor- und Seeufersiedlungen.

Wir möchten diese Jubiläumsausstellung zum Anlass nehmen, die Besucher und Besucherinnen mit auf die Reise in die Vergangenheit mitzunehmen und dabei die ursprüngliche Faszination der Pfahlbauwelt aufleben zu lassen.

Weitere Informationen rund um die Sonderausstellung, Begleitprogramm, Events, Wettbewerben und Publikationen folgen Ende Januar 2004, einen Monat vor Ausstellungseröffnung.

Die laufenden Ausstellungen und Angebote der MUSEE SUISSE Gruppe finden Sie unter www.musee-suisse.ch

Die Ausstellung ist das Resultat einer Kooperation mit der Fachstelle für Unterwasserarchäologie der Stadt Zürich und der Abteilung für Ur- und Frühgeschichte der Universität Zürich".